Vorsicht: Schadstoffe in Bauschutt

In unseren Städten, besonders am Rand unserer Städte, unter Brachgelände, in sogenanntem „Bauerwartungsland“ können wir sehr häufig auf Flächen stoßen, wo in früheren Zeiten Schutt abgeladen wurde, meistens Bauschutt. Oft wurden damit Geländevertiefungen verfüllt, oder er wurde dort aufgetragen, wo durch hohe Grundwasserstände eine landwirtschaftliche Bodenbearbeitung oder Bebauung kaum möglich, weil der Boden zu nass war. Diese „Altablagerungen“ müssen von den Kommunen – wenn erkannt – als Altlasten beseitigt werden, was sehr teuer werden kann. Überbauen, übersehen oder verschweigen bis zum Verkauf ist die billigere Methode, da dann im Falle eines Falles der Käufer finanziell haftbar ist.

In Bauschutt-Altablagerungen finden sich häufig Schwermetalle (Bleirohre u. a.), stark krebserzeugende Asbestfasern (Asbestzementmörtel) und PAK sowie Phenole (Asphaltaufbruch, Brandschutt). Ist man aber schon mal auf Schutt gestoßen, darf man bei näherer Betrachtung auch mit Müll und Aschen rechnen, also weiteren Schadstoffquellen, die beigekippt und/oder untergemengt wurden.

Aufmerksame Menschen offenen Auges, auch diejenigen, die nicht beruflich mit Boden-/Geländebeurteilungen zu tun haben, können schon äußerlich vor Ort an einigen Merkmalen erkennen, ob unter einer Bodenoberfläche Unnatürliches verborgen sein könnte. Ein paar Hinweise: Endet etwa abrupt ein Talrinnenverlauf? Ist das Gelände dicht mit Fichten bestanden – seit den 1950er/60er Jahren einesehr beliebte Methode der Tarnung – ? Auch Sträucherbestände bergen so manches Geheimnis, plötzliche Änderungen im Pflanzenbestand, Dichte und Wuchsbild der krautigen Pflanzen weisen ihrerseits den Kenner auf Störungen im Erdreich hin. Sie geben wichtige Hinweise auf Änderungen im pH-Wert, die (jeweils veränderte) Nährstoffsituation, Durchwurzelbarkeit des Bodens, Wasser-/Trocknis-Stress etc. Siedlungs- und Gewerbe-Bauschutt ist oft stark kalkhaltig – die veränderte Bodenreaktion wird meist durch kalkliebende Pflanzenarten widergespiegelt. Manchmal sind auch schon geringe Höhenunterschiede der Geländeoberfläche Anzeichen für menschliche Eingriffe (Untergrabungen, Verfüllungen, Aufträge). Nimmt man dann noch einen mitgeführten Spaten zur Hand, offenbart sich spätestens nach den ersten 20 Zentimetern „Mutterboden“ stichprobenhaft, was „Vatern“ ist.

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