Fred vom Saturn

 oder

wen Frauen wirklich lieben

Tassen, Teller und Terrinen

Sind im Regal oft eine Zier.

Doch fettig, fleckig, licht-beschienen

Werden sie schnell zur Genier.

Tellerwäscher sind recht selten,

Millionäre gibt´s zuhauf.

Da zieht frau vor, um´s mal zu melden,

gern ´nen Spülmaschinenkauf.

Grau und klotzig, ohne Mucken,

seht den Protz: ein Nimmersatt!

Wird Becher, Teller, Tassen schlucken,

Mechano-Macho, eiskalt-glatt!

Egal ob blöd, ob geil, ob geizig,

ob SATURN-gleich, ob real.-.

Wichtig ist, das Teil schafft´s zeitig

Noch zum „Essen-kommt-Signal“!

Mode

Ich zog mir einen „Legu“ an

und mach mich an ne Unke ran.

Da unkt die Kröte über mich:

Ein Leguan, wie fürchterlich!“

GIS, Karten und Legenden

Geographen, Geologen,
ach, was haben sie gemessen,
abgegraben und gewogen,
am Profil detailversessen
manche Kurven hingebogen.


So rankten sich um´s Kartenbild

das handgemalt und hochverehrt –

nicht wie im Märchen Rosen wild,

nein, Legenden, wie sich´s gehört.

Bald war alles schon vergessen,

verblasst in guter, alter Zeit.

Denn jetzt wird völlig neu vermessen

und wie man´s macht, ist so gescheit:

Getting started, quickly learning,

Alles, was man braucht, sind Laps.

Dazu noch Klicking zum Creating

Und schon ready sind die Maps.

Wende-Gürtel, hilf nochmal!

Ein Wende-Gürtel hilft geschwind,

wenn Geist, Moral am Ende sind.

Er verschlankt nicht nur den Bauch,

Kind und Kirche hilft er auch.

So manches Würdenträgers Hosen

bindet fester er ans Bein,

damit Gedanken nicht, die losen,

entführen sie zwecks Knaben-Pein.

Auch Merkel zielte gern auf´s Mittel,

nicht auf des Pudels Kern:

Darum den Gürtel für den Kittel –

und wieder leuchtet uns Kohls Stern.

Jahreszeiten

Sommerliches Sau-raus-lassen,

Heißluft-Höhenfahrten,

Michaels „o Mensch bemerke“,

Winterliche Wehmutsweisen.

Siebten Himmels Sehnsuchts-Suche,

Wellness-Wonnen-Willens-Wahn,

Kümmerlicher Körper-Kult,

Höllen-Hunger halte an!

Österliche Eier-Ödnis,

Weihnachtliches Wunder-Bildnis,

Teneriffa-Tannenbäume –

Ballermann hat gut getan?

Eiszeit

Eisig weite weiße Welt …

Paaridyll im Lappenzelt.

Sie hatte mich noch nie gemocht

Und briet mir einen Lampendocht.

Der Tran der Lampe gab das Fett

Zum Tranlampen-Docht-Filett.

Die Hunde draußen schlugen an,

Ein Narwal bohrte seinen Zahn

Durchs Eis in unser Zelt.

Da kippte ich die Pfann mit Tran

Samt Docht-Filet in hellem Wahn

In des Wales nasse Welt.

Die Lappenfrau, sie schalt mit mir

In lautem barschen Tone.

Dies geriet ihr nicht zur Zier,

Galt aber mir zum Lohne.

Ach, schrille Stimm aus rotem Kopf –

Was war ich für ein armer Tropf!

Wollt ich mein Leben wieder wandeln

Sollt ich jetzt, nicht später handeln!

Griff daher zu den sieben Sachen

plus Pelz und Rentier, Schlitten, Hunde.

Lud alles schnell in meinen Nachen

Zwecks Flucht aus solchem Lebensbunde.

 

Traumpaargenetik

Ich will Dich runderneuert,

Dein Lächeln faltenfrei,

So richtig glatt gescheuert,

Rund wie ein Hühnerei.

Du willst mich sorgenlos,

Dein Dasein gut versorgt,

Blond und einsneunzig groß,

Für 5 Jahr´ nur geborgt.

Menschenbild

Welches neue Menschenbild im Sinne sozialer Intelligenz benötigen wir für Krisenbewältigungen?

Eine Aufgabe, die sich nicht nur unseren politischen Repräsentanten stellt:

Wir benötigen endlich ein neues, intelligentes Menschenbild!

Der Mathematiker und Wissenschaftsphilosoph Henri Poincaré behauptete einmal, dass es nichts Praktischeres gebe als eine gute Theorie. Tatsächlich, jedes Weltbild, jede Analyse folgt auch einer Theorie oder einem Modell – ob und in welchem Sinne gut, sei dahingestellt. Dabei bemühen jedoch Theoretiker und die mächtigen Akteure in unserem gegenwärtigen Wirtschaftssystem stets eine bestimmte Vorstellung vom Menschen, nämlich eine zentrale, scheinbar voraussetzungslose Denkfigur, die durch zwei grundlegende menschliche Eigenschaften gekennzeichnet ist:

1. Jeder Mensch handelt selbstsüchtig – auch Altruismus dient nur der eigenen Eitelkeit!

2. Der Mensch handelt als homo oeconomicus, d. h. er sucht immer
seinen wirtschaftlichen Vorteil.

Diese Sicht führte zu einem in sich stimmigen Medienbild, das allzeit und überall manipulativ Verwendung findet. Das ihm folgende, so akzeptierte und immer wieder beobachtbare Selbstverständnis vieler Bezieher von Einkommen aller Art wie Lohn, Rente, Kapitalzins, Erbe etc. sieht etwa so aus:

Alle Einkommensbezieher sind automatisch Leistungsträger der Gesellschaft. Wir demonstrieren dies nun schon jahrzehntelang gegenseitig und an besonders durch die Bildmedien verbreiteten äußeren Merkmalen. Wir erkannten: Als solcherart von außen definierter und auftretender Leistungsträger gelten wir was, wir genießen das Ansehen der Anderen. Dabei korreliert die Höhe unseres Ansehens meistens positiv mit der Höhe unseres Einkommens. Das garantiert schon im Vorfeld irgendwelchen Engagements die Aufmerksamkeit durch Parteien, Verbände, Vereine. Leistung (Einkommen) und “menscheln“ vertragen sich dabei nur selten wie z. B. im Lions-Club, der Caritas etc., aber nicht im Wirtschaftsleben!

Von außen werden wir maßgeblich über Merkmale der Quantität, auch der Qualität unserer Konsumgüter und ihrer Zurschaustellung beurteilt. Dies hatte besonders in den letzten 25 Jahren zur Folge, dass ein „blendendes“ äußeres Auftreten oft ausreichte, im eigenen (Vorteils-)Sinne Andere beeinflussen zu können (= Macht auszuüben). Benachteiligte („Looser“) gibt und gab es immer, aber sie können (dürfen) nie ein menschlicherer Maßstab sein, da dieser Maßstab den wie gerade beschrieben angestrebten oder auch verlangten Erfolgstypus schwächen würde.

Wollte man etwas Grundlegendes an dieser verheerenden Sicht ändern, so wären nach meiner Überzeugung neben einem Besinnen auf die Inhalte der Bergpredigt folgende allgemein menschliche Aufgaben zunächst und immer wieder neu anzugehen:

  1. Theoretische und praktische Erarbeitung und Einübung einer Widerlegung eines solchen immer wieder unterstellten und verbreiteten Selbstverständnisses vom Leistungsträger, denn: Wir benötigen Leistungserbringer und keine Leistungsträger!
  2. Für jeden sichtbar und nachvollziehbar müsste der Nachweis erbracht werden, dass Einkommen und Position mehrheitlich eben nicht die oben beschriebenen Korrelationen / Wirkungen / Folgerungen haben (müssen)
  3. Erarbeitung eines individuell und gesellschaftlich förderlichen Menschenbildes als Glied sozialer Intelligenz
  4. Werbung für dieses Menschenbild auf (wirtschafts-)ethischem und wissenschaftlichem Niveau sowie allen Ebenen der Politik.

Anders ließe sich diese Gesellschaft meiner Ansicht nach weder dauerhaft zusammenhalten noch würde sie sich kommenden Herausforderungen auf friedliche Weise stellen können.